Deutscher Pferderechtstag

Pressemitteilung zum 20.Deutschen Pferderechtstag am 22.3.2024 in München


Am 22.3.2024 fand der 20. Deutsche Pferderechtstag im Hörsaalgebäude der neuen Klinik für Pferde der Universität München in Oberschleißheim statt.

Schon im zwanzigsten Jahr trafen sich auf dieser zentralen Fach - und Fortbildungsveranstaltung Rechtsanwälte mit Spezialisierung auf Pferderecht Pferdesachverständige und Fachtierärzte für Pferde mit Interesse an juristischen Fragen. Zu diesem Fachkongress kamen Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik, der Schweiz den Niederlanden und Österreich. Mehr als sechzig Teilnehmer haben sich über das Internet zugeschaltet um den spannenden Vorträgen online zu folgen.

Traditionell begann das Programm bereits am Vorabend des Kongresses mit dem Pferderechtsabend. Über einhundert geladene Gäste trafen sich in der Schlossgaststätte im Schloß Oberschleißheim. 2024 fand dieser in Zusammenarbeit mit der AG Deutsches Sportpferd (DSP) und dem Landesverband Bayerischer Pferdezüchter sowie der Auktionsplattform horse24 statt. Carsten Grill, der 1.Vorsitzende der AG Deutsches Sportpferd stellte die DSP mit eindrucksvollen Zahlen vor und zeigte die imposante Entwicklung der Arbeitsgemeinschaft. Fritz Fleischmann, Vermarktungsleiter der DSP erklärte dann die erfolgreichen Vermarktungsaktivitäten und die Entwicklungen der hybriden Auktionen der DSP in Verbindung mit der Plattform horse24 . Torsten Große-Freese, Zuchtleiter des Landesverbandes Bayerischer Pferdezüchter stellte dann die besonderen Kaltblutrassen in Bayern vor und berichtete von sehr erfolgreichen Züchterfamilien ohne Sorgen um einen engagierten Nachwuchs. Überraschend auch die hohe Nachfrage nach diesen alten Rassen, die die Züchter gar nicht erfüllen können, was zu einem hohen Preisniveau führte. Ein hochinformativer Pferderechtsabend 2024.


Der 20. Deutsche Pferderechtstag am 22.3.2024 hatte Themenschwerpunkte im Bereich der Pferdemedizin in Kooperation mit der Universität München. Das zeigte auch der dieses Jahr außergewöhnliche Tagungsort , das Hörsaalgebäude der neuen Klinik für Pferde der Universität München in Oberschleißheim. Der Deutsche Pferderechtstag ist seit Beginn interdisziplinär angelegt, da kaum ein Pferdeverfahren ohne Beteiligung von Fachtierärzten für Pferde geführt wird und Pferderechtsanwälte sich mit tierärztlichen Fragen auseinandersetzen müssen. Dieses Jahr war dafür eine besondere Gelegenheit die modernste Praxis zu erleben und die neuesten Techniken und Forschungsergebnisse von ausgewiesenen Experten zu erfahren. Ein solcher Einblick war für Juristen eine sehr seltene Option.

Der Kongress wurde eröffnet von Prof. Dr. Ansgar Staudinger, der im Rahmen einesSchuldrechts - Updates die über das Jahr gesammelten Entscheidungen zum aktuellen Zivil-,Versicherungs- sowie Prozessrecht rund ums Pferd im (inter) nationalen Kontext präsentiertund dann die Auswirkungen für die Pferdewirtschaft und den Pferdesport darstellte. Auf fast zweihundert Folien konnte Prof.Dr.Staudinger sich dabei nur auf die relevantesten Urteile konzentrieren , den Teilnehmern aber Zugang zu weiteren wichtigen Entwicklungen und Entscheidungen in den Tagungsunterlagen ermöglichen.

Ein weiteres Thema von Prof. Dr. Staudinger war ein Vortrag über Fallstricke im neuen Verbrauchsgüterrecht und altem AGB - Recht unter Einschluss der tierärztlichen Kaufuntersuchung beim Pferd und wie Rechtsanwälte in der Praxis damit umgehen sollten. Eindrucksvoll schilderte Prof.Dr.Staudinger dabei die Auswirkungen der Warenkaufrichtlinie vor allem bei Pferdeverkäufen im B2C Bereich und was heute alles nicht mehr dabei möglich ist. Zum Beispiel der Verweis auf eine im Kaufvertrag erwähnte Kaufuntersuchung geht so nicht mehr, wenn man einen Verbraucherkäufer aufklären muß. Schon formal müssen heute negative Beschaffenheiten eines Verkaufspferdes deutlich sichtbar , also drucktechnisch hervorgehoben einem Verbraucher vor Abschluss eines Kaufvertrages bekannt gemacht werden. Auch eine Verkürzung einer Verjährungsfrist unterliegt einem solchen Aufklärungsgebot. Hier dürfte es künftig eine Vielzahl von Rechtsprechung geben, die intensiv zu verfolgen sein wird.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind vermehrt auch Pferde betroffen, was in der Praxis besondere Herausforderungen stellt. Rechtsanwalt Christian Weiß , Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht und Pferdemann hat dazu praxisorientiert das Pferd in der Zwangsversteigerung und in der Insolvenz besprochen und dabei besonders darauf hingewiesen wie man das Tierwohl in der anwaltlichen Praxis in Krisensituationen beachten muss und kann. Anhand zahlreicher Praxisfälle erläuterte Rechtsanwalt Weiß sehr anschaulich die Optionen eines Insolvenzverwalters. Bei allen Tierwohlanforderungen muß der Insolvenzverwalter jedoch vor allem die Interessen der beteiligten Menschen, Gläubiger und Schuldner im Focus behalten aus rechtlichen Verpflichtungen.


Das tierärztliche Programm begann mittags mit Frau Prof. Dr. med. vet Anna May und der Darstellung der tierärztlichen Untersuchung des Pferdes in der Praxis nach neuestem Stand mit besonderen Informationen zur Belastungsendoskopie, zur Endoskopie der Atemwege und zu den Laboruntersuchungen. Umfangreiche Darstellungen und Folien machte es auch für die anwesenden Juristen nachvollziehbar, die bestimmte Begrifflichkeiten besonders erläutert bekamen.

Dann hat die Klinikleiterin Frau Prof. Dr. med. vet. Angelika Schoster die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu genetische Erkrankungen bei Pferden vorgetragen und wie man diese rechtssicher feststellen kann. Auch hier ein hoher Informationsgewinn nicht nur für die Juristen sondern auch für die zahlreichen tierärztlichen Teilnehmer. Ataxie - Einsatz bildgebender Verfahren in der Diagnostik war der folgende Vortrag von Frau Prof.Dr.Schoster, der einen weiteren vertiefenden Einblick in die Arbeit an der Klinik für Pferde gewährte


Daran anschließend hat sich Frau Priv. Doz. Dr. med. vet Bettina Wollanke mit Röntgenuntersuchungen befasst und zum Wegfall der Röntgenklassen Stellung genommen. Auch wurde besprochen wie sich der Röntgenleitfaden von 2018 jetzt in der Praxis darstellt. Nicht zuletzt wurden Medikationsproben und Dopingfragen angesprochen und was das in der Praxis für Folgen hat. Der Vortrag war mit vielen Videos aus der langjährigen Praxis der Referentin unterlegt, was die fachliche Thematik auch für Juristen nachvollziehbar verdeutlicht hat.


Die Teilnehmerbewertung 2024 war hervorragend, was trotz den interdisziplinären Themen von allen Teilnehmern einheitlich gesehen wurde. Moderiert wurde der Kongress vor Rechtsanwalt Dr.Dietrich Plewa.


Weitere Informationen findet man im Internet unter www.pferderechtstag.


Pressekontakt
 

Rechtsanwalt Thomas Doeser

Tel. 07071 600363

Fax 07071 600345

e-mail info@pferderechtstag.de

Pressemitteilung zum download (PDF)


Content Management Software (c)opyright 2000-2011 by HELLMEDIA GmbH