Deutscher Pferderechtstag

Pressemitteilung zum 14. Deutschen Pferderechtstag


am 16.März 2018 in Köln

 Pressemitteilung zum 14.Deutschen Pferderechtstag am 16.3.2018 in Köln

Bereits zum vierzehnten Mal trafen sich Deutschlands Pferderechtsanwälte auf dem zentralen Deutschen Pferderechtstag ,der führenden Fach - und Fortbildungsveranstaltung für Rechtsanwälte mit Spezialisierung auf Pferderecht sowie für Pferdesachverständige und Pferdefachtierärzte mit Interesse an juristischen Fachfragen. Zu diesem wie immer ausgebuchten Fachkongress kamen Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik, der Schweiz und Österreich.
Traditionell begann das Programm bereits am Vorabend mit dem Pferderechtsabend 2018 in Kooperation mit dem Direktorium für Vollblutzucht und Rennen auf dem traditionsreichen Vollblutgestüt und Rennstall Röttgen am 15.3.2018.
Das Direktorium hatte für die Teilnehmer ein besonders spannendes Programm mit sehr informativen Fachvorträgen ausgewiesener Experten vorbereitet, wobei insbesondere die Vorstellung der ausgereiften Verbandsgerichtsbarkeit sowie anschauliche Filme der Rennleitung zur Prüfung von Ordnungsmaßnahmen bei den Juristen sehr gut ankamen wie auch das exquisite Abendessen. Auch der am Vortag erst neu gewählte Präsident des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen Dr. Michael Vesper ließ es sich nicht nehmen, an diesem besonderen Pferderechtsabend teilzunehmen. Die Teilnehmer und Gäste waren von dem hochinformativen Event in dieser historischen und einmaligen Umgebung begeistert und dankten dem Direktorium für Vollblutzucht und Rennen mit ihrem Geschäftsführer Jan A.Vogel und seiner Mitarbeiterin Petra Franken mit lang anhaltendem Applaus.


Der Kongress in Köln am 16.3.2018 wurde traditionell eröffnet von Prof. Dr. Ansgar Staudinger, der die über das Jahr gesammelten Entscheidungen mit besondere Bedeutung für den Pferdehandel und anderen Problemen in der Pferdebranche präsentierte und die Auswirkungen auf Vertragsgestaltungen und die Anwendung von rechtssicheren Klauseln für die Praxis ansprach.
Der steigende Ex- und Import von Pferden gab Anlass, das internationale Pferdekaufrecht zu vertiefen und dabei insbesondere die Vor- und Nachteile der Anwendung des UN - Kaufrechts (CISG) zu erörtern. Rechtsanwalt Prof.Dr.Burghard Piltz als ausgewiesener Experte (und selbst Pferdezüchter) hat dazu aus der Praxis ausführlich Stellung genommen mit entsprechenden Empfehlungen für die Vertragsgestaltung, die bei vielen Teilnehmern in dieser Bedeutung und Umfang noch kaum bekannt waren. Der Referent wies zudem auch auf Haftungsrisiken für Anwälte hin bei Nichtbeachtung des internationalen Kaufrecht

Pferdehaltung ist kein „nine to five“ Job sondern 24 Stunden 7 Tage die Woche. Das stellt viele Pferdebetriebe,Reitvereine und Pferdekliniken mit ihrem Personal vor besondere arbeitsrechtliche Probleme. Der bekannte Arbeitsrechtlicher und Rechtsanwalt Prof.Dr.Thomas Kania hat diese Thematik den Teilnehmern sehr prägnant vorgestellt und dazu praxisorientierte Beratungsansätze formuliert zur Vermeidung kostenträchtiger Fallstricke ihrer Mandanten. Daß diese im Arbeitsrecht sehr zahlreich sind und in der Praxis oft verdrängt werden hat der Referent sehr eindrücklich geschildert mit dem Hinweis proaktiver Beratung der Mandanten der anwesenden Rechtsanwälte.
Einmal vor Gericht sind Pferderechtsfälle insbesondere bei Rückabwicklungen von Kaufverträgen zeitlich nie einschätzbar und es vergehen durch die Instanzen oft Jahre, bis über das streitbefangene Pferd entschieden wird. Wissenschaft und Praxis fordern schon länger schnellere und praktikablere außergerichtliche Lösungsansätze, schon aus tierschutzrechtlichen Gründen. Dr.Antonida Netzter vom Deutschen Sportschiedsgericht des DIS in Köln hat den Teilnehmern außergerichtlich verfügbare Optionen vorgestellt u.a. auch das sogenannte fast track Verfahren. Damit kann besonders in Pferdefällen binnen sechs Monaten eine abschließende und vollstreckbare Entscheidung getroffen werden. Eine spontane Frage an die Teilnehmer, ob man ein Pferdeschiedsgericht mit Blick auf das Wohl der streitbefangenen Pferde prüfen und konzipieren sollte fand bei dem Fachpublikum große Zustimmung. Das ist eine starke Motivation für die Veranstalter das Projekt weiter zu verfolgen.

Die Haftungsrisiken für Pferde haltende Betriebe für ihr Futter ist zuletzt durch die Rechtsprechung des BGH hinsichtlich der Umkehr der Beweislast deutlich verschärft worden. Auch das Thema Doping durch Futtermittel ist hochaktuell und birgt erhebliche Risiken. Prof.Dr.Dirk Winter als ausgewiesener Pferdefütterungsexperte und Dekan für Pferdewirtschaft (Nürtingen) hat diese Thematik für die Teilnehmer besonders anschaulich vertieft. Neben aktuellen Statistiken zur Anzahl und Verteilung von Pferden in Deutschland und aktuellen Studien zur Pferdehaltung und Fütterungsproblemen wurden die Haftungsgrundlagen für Futterherstellung, Lieferung und Verwendung intensiv erläutert.
Ab dem 25. Mai 2018 gilt die neue Datenschutzgrundverordnung und ein neues Bundesdatenschutzgesetz mit erheblichen Änderungen für die Zulässigkeit der Datenverarbeitung und der Datenschutzorganisation im Betrieb. Verstöße sind mit sehr hohen Bußgeldern sanktioniert, die auch die Pferdebranche betreffen wird. Prof.Dr.Rolf Schwartmann ,Leiter der Forschungsstelle Medienrecht an der TH Köln und Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit e.V. hat den Teilnehmern den konkreten Handlungsbedarf erläutert und effiziente Praxishilfen für die proaktive Beratung verfügbar gemacht. Diese Thematik ist so umfangreich und kaum überschaubar mit oft wenig verständlichen Regeln und Umsetzungsproblemen, daß viele Teilnehmer ihr Unverständnis dafür zum Ausdruck brachten. Das ändert jedoch nichts an dem Gesetz und dessen Folgen, die auch die Pferdebetriebe und die anwaltlichen Berater noch lange beschäftigen werden.
Zusammenfassend war festzustellen, daß auch dieses Jahr wieder ein Fülle hochaktueller Themen und Fragen in relativ kurzer Zeit kompetent behandelt worden sind, die den Teilnehmern eine Fülle von Anregungen und Lösungsansätzen vermitteln konnte für ihre tägliche Praxis. Der ausgebuchte Kongress bot wieder die jährliche Gelegenheit zum Treffen und get-together der Fachleute mit hohem Kommunikationswert.

Geleitet wurde die Veranstaltung von dem Tübinger Rechtsanwalt Thomas Doeser . Weitere Informationen im Internet unter www.pferderechtstag.de

Pressekontakt

Rechtsanwalt Thomas Doeser

Tel. 07071 600363 Fax 07071 600345

e-mail info@pferderechtstag.de

in Kooperation mit der Deutschen Anwalt Akademie Berlin


Fotos auf Anfrage an info@pferderechtstag.de



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